Bestensee im Blick
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28.4.26:
Im Sutschketal
Kurz nach dem Betreten des Sutschketals vom Triftweg her begrüßt uns
neben dem Wanderweg eine zumeist unberührte Landschaft mit urigen
Bäumen. Auf einer kleinen Lichtung blühen Schachbrettblumen, zumeist
rotbraune, aber auch weiße sind vereinzelt dazwischen.
Nicht weit dahinter treffen wir auf einen kleinen See in der Mitte des
Tals. Lautstark machte sich ein Gänsepaar bemerkbar. Früher war hier
die Europäische
Sumpfschildkröte beheimatet, wurde aber seit vielen Jahren nicht mehr
gesichtet. Vor einigen Jahren
entdeckten wir am gegenüber liegenden Ufer etwas Glitzerndes, was sich
bei
näherer Betrachtung als eine sich sonnende Schildkröte heraus stellte.
Leider war es keine einheimische, vermutlich eine ausgesetzte
Gelbwangenschildkröte.
Weiter ging es vorbei an der "Todesbahn", für uns Flachlandtiroler ein
beachtlicher Hang, der früher, aber auch in der Gegenwart, im Winter besonders von Kindern gern für
Abfahrten genutzt wurde. Etwas weiter schließt sich die Lehmwand an. Früher holten sich
die Einheimischen von hier Lehm, den sie für den Häuser- oder Ofenbau
verwendeten.
Neben der Lehmwand am oberen Hang existiert noch das letzte Relikt
eines Einsiedlers, der hier ca. 1925-1935 in der wärmeren Jahreszeit
lebte. Es ist eine inzwischen fast zugewachsene in die Erde
eingelassene Betonbadewanne. Von den Einheimischen wurde der Eremit
"Borstenkönig" genannt, weil er von den Bauern Borsten aufkaufte, um
daraus Bürsten und Pinsel herzustellen. Dieser
Einsiedler war ein Apotheker aus Berlin, sammelte auch Kräuter und
verkaufte alles in seiner Berliner Apotheke. In der
kalten Jahreszeit wohnte er in seiner Berliner Wohnung. Eine Zeitzeugin
mit zwei Freundinnen ist ihm bei einem Schulausflug in der Sutschke sogar persönlich begegnet.
Am Wanderweg konnte ich immer wieder neben den schon erwähnten
Schachbrettblumen die Blüten verschiedener Pflanzen bewundern: z. B.
große Flächen des Kleinen Immergrüns, Wunder-Lauch, Gundermann,
Maiglöckchen oder Goldnessel.
Ich wanderte nicht bis zum Krummensee am Ende des Tals, sondern überquerte es an einem Übergang ca. auf der Hälfte zur
westlichen Seite, um dort den Rückweg anzutreten. Der Wanderpfad wurde an manchen Stellen von
umgestürzten Bäumen versperrt, aber im Laufe der Zeit wurde eine
"Umgehungsstraße" geschaffen.
Bald erreichte ich den im Wasser stehenden Sumpferlenwald. In den
letzten Jahren stand er fast im Trockenen, aber jetzt ist wieder mit
Wasser gut gefüllt. Enten und ein Schwanenpaar schwammen zwischen den
Bäumen und im Wasser stehenden Pflanzen umher und suchten sich ihr
Futter.
Am südlichen Ende des Sutschketals umrundete ich eine größere Wiesen fläche und erreichte bald danach den Ausgangspunkt.
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