Bestensee im Blick
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21.2.26: Zempern in Pätz
Das Wetter hätte sicher besser sein können, als sich um 9 Uhr 55
Unentwegte gut gelaunte und originell gekleidete Zemperer vor der
Gaststätte Lindenhof von Claudia trafen. Vermutlich zum letzten Mal an
diesem Ort, denn das Gelände mit dem Gebäude wurde verkauft. Wird die
Gaststätte dann abgerissen? Das wäre traurig, denn es ist die letzte im
Ort. Und Claudia hatte diese Gaststätte 30 Jahre mit viel Engagement
geführt.
Leichter Regen und tauender Schnee mit vielen Pfützen waren nicht die
besten Voraussetzungen für diesen Tag, aber man ließ sich die gute
Stimmung dadurch nicht vermiesen. Mit einer kleinen Kapelle vorneweg
und
fröhlichen Liedern zog man von Haus zu Haus. Dort wurde geklingelt,
um eine kleine Gabe oder etwas Geld zu erbitten. Das Geld kam dem
Heimatverein zugute, der unter Leitung von Britta Beyer diese
Veranstaltung auch organisierte. Und wer etwas gab, erhielt als
Dankeschön ein Schnäpschen, ein Tänzchen
wurde gedreht, und wenn Kinder da waren, erhielten sie eine
Kleinigkeit. Es
gab immer wieder längere Stopps, denn mehrere Anwohner erwarteten schon
die Zemperer, und hatten vor ihren Grundstücken üppig aufgetischt.
Mit dabei waren wieder zwei kleine motorisierte Gefährte, traditionell
wieder "Schnappi", der die Gaben verstaute und Getränkenachschub mit
sich führte. Und ein weiterer mit Anhänger, der gern von den Kindern in
Anspruch genommen wurde.
Nach einer Pause und einer Mittagsstärkung im Warmen wurden nachmittags weitere Straßen "abgeklappert", so z.B. das neue
Wohngebiet des "Seeparks". Weil ich gesundheitliche Probleme hatte, konnte ich leider nicht mehr dabei sein.
Das
Zempern ist eine sorbische Tradition und leitet sich aus dem sorbischen
Wort "camprowanje" ab, was soviel wie "Einfordern" bedeutet. Durch die
bunte Kostümierung und das Musizieren sollen nicht nur die bösen
Geister, sondern auch der Winter vertrieben werden.
In der Lausitz wird in Anlehnung an das sorbische Ursprungswort fast
nur von "Zampern" gesprochen, aber je weiter nördlich man kommt, wird
durch Lautverschiebung aus dem "a" ein "e", so wie es in Pätz und
früher auch in Bestensee, aber ebenso in anderen Orten, der Fall ist. Dass sich unsere
Sprache im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert hat, erkennt man
auch daran, dass in unserer Region früher "platt" gesprochen wurde, das
"Teltower Platt", heute aber völlig verschwunden ist.
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