Bestensee im Blick
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10.1.26:
Winter im Sutschketal
Es war wieder eine eisige Nacht mit Temperaturen unter -10 °C, und
abends zuvor schneite es. Aber heute schien die Sonne, beste
Bedingungen für einen Ausflug ins Sutschketal.
Schlitten- und Skispuren auf dem Wanderweg zeigten mir, dass ich nicht
der erste Besucher war. Der kräftige Wind vom Vortag hatte den Schnee
von den Bäumen zumeist heruntergeweht, aber auf dem Boden lagen mehrere
Zentimeter. Die wurden gleich am ersten Hang ausgenutzt, um hinunter zu
rodeln. Kurz danach erreichte ich in der Mitte des Tals den kleinen
See, der zugefroren war. Weiter ging es bis zur 'Todesbahn', deren Hang
schon in früheren Jahrzehnten für Abfahrten gern genutzt wurde. So auch
heute.
In einem Artikel des Berliner "Vorwärts" vom 27.1.1925 heißt es: "Am
ersten Sonntag bei genügender Schneelage (man hofft immer noch) steigt
das erste Märkische Arbeiter-Wintersportfest in Groß Besten. Eine
Sprungschanze ist eigens von unseren Mitgliedern dazu erbaut worden. -
Abfahrt nach Groß Besten Sonntag früh 7 Uhr vom Görlitzer
Bahnhof."
Neben Skiläufen über verschieden lange Strecken gab es auch
"Kürspringen am kleinen Sprunghügel", sowie "Schaulaufen und
Schauspringen".
Ob die Veranstaltung wegen Schneemangels evtl. ausfiel, ist nicht
dokumentiert. Noch heute ist die Sprungschanze andeutungsweise zu
erkennen. Der Auslauf war in jener Zeit gegeben, weil bis in die 1950er
Jahre das Tal noch nicht bewachsen war. In der Mitte floß ein kleiner
Bach und links und rechts davon prägten Wiesen, bewirtschaftet von
Bauern, das Landschaftsbild. Auch hier ist eine Ruhebank auf halber
Hanghöhe verschwunden, von der man einen wunderschönen Blick ins Tal
bis hinüber auf die gegenüber liegende Talseite hatte.
Neben der Todesbahn befindet sich die Lehmwand. Früher wurde hier Lehm
für den Bau von Scheunen, Fachwerkhäusern oder Öfen entnommen.
Kurz danach kürzte ich die gesamte Sutschkewanderung durch einen
Übergang zur Westseite ab. Von hier ist auch ein Aufstieg zu den
Feldern des Marienhofer Berges möglich. Auch hier waren schon Spuren
von "Vorgängern" zu sehen. Und auf dem Feldanfang hatten offenbar
Kinder "Schneeengel" mit ihren Körpern in der weißen Pracht bis zum
nächsten Tauwetter verewigt.
Schließlich ging ich wieder hinunter ins Tal, vorbei am verschneiten
Sumpferlenwald, bis zur Wiese des südlichen Teils. Ein Zaunkönig flog
flink in den Sträuchern am Rand umher.
Schließlich erreichte ich wieder den Talausgang, an dem mich zwei Pferde auf einer Koppel verabschiedeten.
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