Bestensee im Blick
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11.11.22:
St. Martins-Tag
Nach 2 Jahren Corona-Einschränkungen konnte der St. Martins-Tag
heute wieder normal stattfinden. Nachdem er 2020 ganz ausfiel, fand er
im letzten Jahr wegen der Corona-Sicherheitsauflagen und Aufnahme der
Kontaktdaten aller Teilnehmer auf dem Bahnhofsvorplatz neben der Bäckerei Wahl statt.
Ohne Einschränkungen lud der
Heimat- und
Kulturverein Bestensee
für heute gegen 17 Uhr wieder zum traditionellen St. Martins-Umzug ein.
Diesmal ging es allerdings nicht zum
Seniorenzentrum in der Hauptstraße, sondern zum Mehrgenerationenhaus in
der Waldstraße. Es war wieder eine fast unendlich scheinende
Menschenmenge mit ca. 500 Kindern und Erwachsenen, die
sich vor dem Kinderdorf in der Zeesener Straße in Bewegung
setzte. Andere Schätzungen gehen von einer wesentlich höheren
Teilnehmerzahl aus. Eine kleine Kapelle führte den Zug der Großen und
Kleinen mit seinen
schaukelnden bunten Lampions an, der unterwegs an mehreren Stellen
durch am Straßenrand Wartende verstärkt wurde.
Abgesichert durch die Feuerwehr
ging es zunächst in die Gartenstraße, dann bis zur Paul-Sievers-Str.
und in die Zeesener Straße. Von dort führte der Weg weiter bis zum
Einkaufszentrum, um von dort in die Waldstraße einzubiegen. Dann war es
bis zum Ziel am Mehrgenerationenhaus nicht mehr weit.
Das
Team vom Mehrgenerationenhaus, die Freiwillige Feuerwehr, der Verein
der FFW
Bestensee und der Heimat- & Kulturverein hatten alles bestens zum
Empfang vorbereitet. Mehrere Feuerschalen verbreiteten eine angenehme
Wärme, und für das leibliche Wohl war auch gesorgt.
Bratwurst,
Grünkohl mit Knacker, Stockbrot und leckere Waffeln, Glühwein, Kinderpunsch und div. andere
Getränke warteten auf Abnehmer.
Begrüßt wurden die Eingetroffenen von Anja Kolbatz-Thiel, die auch gute
Unterhaltung wünschte. Für die musikalische Begleitung sorgte ein DJ.
Eine besondere Aktion hatte die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Kulturverein vorbereitet. Eine
Feuerwehrfrau aus Lübben ist schwer erkrankt und benötigt zur Heilung
eine Stammzellenspende. Das wurde heute unterstützt, indem man
sich für eine Stammzellenspende hier registrieren lassen konnte.
Der inzwischen zur Tradition gewordene Umzug hat seinen
Ursprung im Jahre 2002 zur Grundsteinlegung des Seniorenzentrums der
Berliner Stadtmission in der Hauptstraße. Wer darüber etwas lesen
möchte, wird in der Dezember-Ausgabe 2002, Seite 9 unseres Amtsblatts
"Bestwiner" fündig. Durch
Anklicken dieses Links kann das Amtsblatt aufgerufen werden. Auch in der
November-Ausgabe, S. 21, gibt es Informationen der Berliner Stadtmission zum St. Martins-Tag.
Vor dem Seniorenzentrum wurde jedes Jahr auch die biblische Geschichte
des St. Martin nachgespielt. Hier ein kleiner Exkurs zu den
Hintergründen des St. Martinstages:
Martin, 316 oder 317 n. Chr. geboren, leistete in der ersten Hälfte
seines Lebens einen 25-jährigen Militärdienst im Römischen Reich ab,
widmete danach sein Leben dem christlichen Glauben und wurde 372 zum
Bischof von Tours geweiht.
Nach einer Überlieferung begegnete der während seiner Armeezeit auf
seinem Pferd reitende Martin an einem Wintertag einem unbekleideten
Bettler.
Martin hatte außer seinen Waffen und seinem Militärmantel nichts bei
sich. Der Bettler tat ihm leid, Martin teilte seinen Mantel mit dem
Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht ist ihm
dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den
Martin dem Bettler gegeben hatte. Nach dem Matthäusevangelium 25,35-40
– „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr getan
habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir
getan.“ – erweist sich Martin hier als Jünger Jesu. Das Resümee der
Geschichte lautet, dass man teilen sollte, wenn man
mehr hat als andere, die evtl. gar nichts haben.
Am 11.11.397 wurde Martin im Alter von 81 Jahren unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Tours beigesetzt.
Sogar in der Gründungsurkunde von Bestensee vom 11.11.1307, damals noch
Bestwin genannt, erscheint zum Schluss der Martinstag: "Dieser Brief
ist gegeben in unserer Stadt Spandau nach Gottes Geburt tausent Jahr,
dreihundert Jahr in dem siebenten Jahre, am St. Martinstage des
heiligen Bischofs und Beichtvaters."
Zum Vergrößern die Vorschaubilder
bitte anklicken, dann startet eine Diaschau, die auch angehalten und
manuell vor- oder rückwärts geschaltet werden kann.
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